Livechat — A Dialogue with the Netgirls

Künstler: J.C. Feelhower

Jakob Christof Fielhauer, aka Jay Cee Feelhower, is currently living and working in Vienna. His work is in  continuous renewal of the non-adherence to one style and constant assimilation of its environment. In his early years he worked as art director in advertising industries. 1994 he moved to New York and founded the creative agency FMT, Inc. After an extensive study tour to Asia, he moved fine arts in the center of his life.
www.feelhower.com

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Jakob Christof Fielhauer

Grafiker, Künstler

Körperlichkeit dechiffrieren und soziokulturell geprägte Genderzuschreibungen gegen den Strich bürsten: Jakob Christof Fielhauer – alias Jay Cee Feelhower (JCF) beschäftigt sich künstlerisch mit der Darstellung des (Frauen)Körpers im Internet. In seinen Arbeiten Netgirls (2004-2006), Livechat* (2007-2009) und Blind Date (2009) untersucht er, wie Frauen sich selbst darstellen und wie sie von ihren Partnern ins Bild gerückt werden. Er erzeugt Dialoge zwischen fiktiven Figuren, deren Geschlechterrollen er teilweise vertauscht. In Blind Date, seinem Projekt, dass 2010 fertig gestellt werden soll (und die ersten zwei Arbeiten bei dieser Ausstellung zu sehen sind; Anm. JCF), entwickelt er seinen Ansatz weiter, indem er die Körper und Gesichter bis zur Unkenntlichkeit abstrahiert.

Netgirls, Livechat und Blind Date sind in einen lebensnahen Entwicklungsprozess eingebunden und werden mit persönlichen Erfahrungen des Künstlers verwoben, in denen sich andere Männer möglicherweise wieder finden. Der männliche Blick auf den weiblichen Körper mündet allerdings in eine Reihe von Problemfeldern, die in Jay Cee Feelhower Kunst stellenweise als Widersprüchlichkeit ihren Ausdruck findet. BetrachterInnen werden getäuscht. Mit ihrem eigenen Voyeurismus konfrontiert. Verpackt in ein Spiel mit weiblichen Attributen und dennoch nicht frei von einer machtpolitischen Argumentation. Übersetzt in eine Sprache der bildenden Kunst.

Gegensätzliche Schattierungen der Geschlechterklischees zeichnen sich am Körper und in seinem Ausdruck ab. Formen des Körperlichen als biopolitische Phänomene zu erfassen, als Aggregate von Gefühlen und Handlungen, bedarf einer Untersuchung zwischenmenschlicher Beziehungen. Gesichter werden von anderen geprägt. Stets vermittelt. Körper formen sich im gesellschaftlichen Miteinander heraus. Sind ständigem Wandel unterzogen. Jay Cee Feelhower verweist in dieser Ausstellung auf die vielfältigen sozialen und kulturellen Ausprägungen der Körperdarstellung. Inwieweit das nackte Leben auf seinen Bildern Spuren hinterlässt, bleibt einstweilen noch dahingestellt. 
Christina Lammer, November 2009

Mit seiner Arbeit lotet J.C. Feelhower die Schnittstellen zwischen Kunst, Werbung und Design aus. „Man merkt den Artdirektor in dir, aber das ist ja nicht unbedingt schlecht“ sagt Dieter Schrage, ehemals Ausstellungsmacher im Museum für Moderne Kunst. Das Projekt The Netgirls entstand stringent aus Jakob Christof Fielhauers bisheriger Arbeit. Er hat er an verschiedenen Orten gearbeitet: New York, Rio de Janeiro, Bali, Bangkok und das Waldviertel. Seine Arbeitsweise bestand darin, dass er von konkreten Objekten und Menschen ausging und diese so weit abstrahierte, dass die Natur des Objekts noch spürbar war, aber gleichzeitig die Natur nicht abgezeichnet wurde.