Schwarz—Weiß

Künstler: Herbert Bednarik

Herbert Bednarik greift in dieser Ausstellung auf Fotografien aus seinen Reisen nach Afrika zurück. Fotografien voll von ereignisloser Banalität, Portraits, Bilder von denen man auf den ersten Blick glauben könnte, es handle sich um die dem Touristen so liebenswerten Schnappschüssen. Doch nur auf den ersten Blick.

Denn hinter der Banalität der Themen versteckt sich die grosse Linie, die immer wieder dasselbe Thema hat: Überall auf der Welt versuchen Menschen sich im Leben zurechtzufinden und meistern das Schicksal – oder auch nicht. Die Technik die der Reprofotograf hier anwendet, das extreme Schwarz-Weiß-Bild, das bewußte Verzichten auf Zwischentöne, dient hier genau dem was die Technik aussagt: Durch das Fehlen der Zwischentöne werden alle Zweiteutigkeiten der Aussage vermieden. Der Inhalt der Aufnahme, des Dokuments wird eindeutig und klar. Bei Insidern und in Kreisen um den Spittelberg ist Herbert Bednarik bekannt durch seine Fotoausstellungen, Fotobücher und Siebdruckserien. 
(Prof. Erich Lessing)

Herbert Bednarik ist bei Insidern und in Kreisen um den Spittelberg bekannt durch seine Fotoausstellungen, Fotobücher und Siebdruckserien mit Motiven vor allem aus Wien. Vor allem mit seinen Projekten: »Foto auf Eisen – Sieben Stiegenhäuser«, »Spittelberg: Das Dorf in der Stadt, vor und nach der Revitalisierung« und seiner »Serie über den Wienerwald«, leistete er einen kunsthistorisch und fotografisch wichtigen Beitrag für die Stadt Wien. Mit der Fotoserie »natürliche Sgraffiti« kreiert er eine Fortsetzung der Gedanken des Sehens. Natürlichen Sgrafitti begegnen wir Tag für Tag, an alten Fassaden, Straßen, Wänden usw. Eigentlich an allen Dingen die der Witterung ausgesetzt sind. Es bleibt ausschließlich dem Betrachter überlassen diese versteckten Bilder zu finden. »Ich meine, daß in unserer Medienwelt vielen von uns das suchende Schauen und Sehen abhanden gekommen ist. Die von mir geplante Arbeit soll dazu beitragen, bewußter mit dieser Eigenschaft umzugehen.« meint der Künstler selbst. Ebenso groß wie sein Engagement in Wien, ist es nun in seiner jetzigen Wohngemeinde – der Stadtgemeinde Hardegg und dem Retzer Land. Durch zahlreiche Initiativen und gemeinsame Projekte belebt er nicht nur die Kulturlandschaft der Gemeinde, sondern stellt sein Gespür für künstlerisches Schaffen und Werte immer wieder erfolgreich unter Beweis. So bekam der KULTUR•PUNKT 2005 den EUREGIO-Innovationspreis für lokale Projekte und Auszeichnung »European Kids’ Trophy 05 für herausragende Leistungen“ sowie den Förderpreis beim Ideenwettbewerb der Dorf- & Stadterneuerung. Auch 2008 gewannen Rosa-Maria Grieder-Bednarik und Herbert Bednarik Anerkennungspreise in der Kategorie Erwachsenenbildung. 2010 ehrt die Stadtgemeinde Hardegg seine Leistungen mit der Verleihung des goldenen Wappenringes.

Herbert Bednarik wurde 1947 in Wien geboren. Lebt und arbeitet jetzt im Waldviertel (Stadtgemeinde Hardegg). Er ist gelernter Reproduktionsfotograf und arbeitet mit Foto und Druckgrafiken. 1971 wandert Herbert nach Südafrika aus, um sich fotografisch mit den Problemen der politisch rechtlosen schwarzen Mehrheit des Landes auseinanderzusetzen. 1974 macht er eine längere Reise durch die Türkei auf den Spuren früher Kulturen. Es entstand eine Fotoserie von 1300 Bildern. Er ist Mitbegründer des KULTUR•PUNKT HARDEGG, sowie dem Guckkasten Museum. 2001 begann er mit der Sammlung historischer Fotos in der Bevölkerung der Gemeinde und Aufbau eines digitalen Archivs. Gemeinsam mit Karin Bednarik begleitete er 2010 »die Revitalisierung der Retzer Windmühle« und dokumentieren dieses spektakuläre Grossprojekt. Neben seinem vielfältigen künstlerischen Schaffen, war Herbert Mitarbeiter in der Un’Art Galerie sowie freier Fotograf bei verschiedenen Verlagen und Zeitschriften.

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Herbert Bednarik

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